Masterarbeit “Vogelstimmenhotline” fertig!

Ende Januar 2019 war es soweit. Meine Masterarbeit über die Vogelstimmenhotline 2016/2017 ist abgeschlossen. Derzeit arbeite ich an der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Zusammenfassung

Die „Vogelstimmenhotline“ vom „Vogelphilipp“ (Philipp Herrmann) ist ein deutschlandweit, vielleicht sogar weltweit, einzigartiges Projekt zur Identifizierung von Vogelstimmen via Smartphone über einen Messenger-Service.

Sie begann im Jahr 2016 als Experiment, die Landshuter Bevölkerung für eine neue Form der Umweltbildung für die Vogelwelt zu begeistern und wurde im Rahmen der Gebietsbetreuung „Isartal in Stadt und Landkreis Landshut“ mit Unterstützung des BUND Naturschutz Landshut durchgeführt. Im Jahr 2017 gab es die Hotline in Landshut erneut und gleichzeitig, mit Unterstützung durch den BUND Naturschutz Bayern und den Bayerischen Naturschutzfonds, in Regensburg.

Die Werbung für die Vogelstimmenhotline lief hauptsächlich über Hinweisschilder an beliebten Wegen in den Stadtparks, zusätzlich wurde sie über die Tagespresse und das Internet beworben. Naturinteressierte Menschen konnten sich die beworbene Telefonnummer in ihrem Smartphone abspeichern und über die weit verbreitete App „WhatsApp“ über die Sprachnachrichtenfunktion Aufnahmen von singenden Vögeln in ihrer Nähe machen und direkt an den Vogelphilipp schicken. Alle eingesendeten Aufnahmen wurden vom Vogelphilipp abgehört, die singenden Vogelarten identifiziert und der Namen des Vogels mit Informationen zur jeweiligen Art an den Teilnehmer zurückgesendet.

Insgesamt nahmen in beiden Städten, in den Jahren 2016 und 2017, 851 Personen an der Aktion teil und schickten etwa 2000 Anfragen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt.

Im April und Mai gingen die meisten Anfragen ein, an Wochenenden wesentlich mehr als an Werktagen. Im Tagesverlauf sendeten die meisten Teilnehmer ihre Aufnahmen in den Nachmittagsstunden. Die Teilnehmer waren insgesamt sehr interessiert und sendeten fast ausschließlich seriöse Anfragen zu Vogelstimmen.

Von 1446 Anfragen im Zeitraum April bis Juli der Jahre 2016 und 2017 enthielten 1270 mindestens eine Vogelstimme. Insgesamt konnten von Philipp Herrmann 1712 Gesangsaufnahmen von 84 verschiedenen Vogelarten identifiziert werden. Die zwölf häufigsten Arten der Vogelstimmenhotline sind auf 80 % aller Einsendungen zu hören. Zehn der zwölf häufigsten Arten gehören auch zu den zwölf häufigsten Vogelarten in Deutschland.  Die Amsel war die am häufigsten eingesendete Vogelart, gefolgt von Mönchsgrasmücke und Buchfink.

Die vorliegende Masterarbeit besteht neben der Auswertung der Vogelstimmenhotline aus der Auswertung einer Teilnehmerbefragung, die an alle 588 Teilnehmer der Vogelstimmenhotline aus dem Jahr 2017 gesendet wurde. Bei beiden Hotlines, Landshut und Regensburg, nahmen über 55 % der Teilnehmer an der Umfrage teil.

Der Umfrage zufolge wurde ein Drittel aller Teilnehmer über die Schilder in den Parks auf die Aktion aufmerksam und ein weiteres Drittel erfuhr über die Zeitung davon. Die meisten Teilnehmer benutzten laut Umfrage die Vogelstimmenhotline im Garten oder beim Spazierengehen, etwa 20 % der Teilnehmer sendeten Aufnahmen aus ihrem Urlaubsland. Acht der zehn häufigsten Vogelarten, welche die Teilnehmer über die Aktion kennenlernten, gehören zu den zehn häufigsten Vogelarten in Deutschland.

Die Teilnehmer waren mit der Vogelstimmenhotline sehr zufrieden und über 70 % der Teilnehmer bestätigten, dass ihr Interesse an der Natur durch die Aktion verstärkt wurde. Zwei Drittel der Teilnehmer waren weiblich, 25 % der Teilnehmer jünger als 25 und 40 % jünger als 45. Laut Umfrage sind über 70 % der Teilnehmer nicht Mitglied in einem Naturschutzverband. Über 90 % der Teilnehmer haben noch nie eine App zur Vogelstimmenbestimmung genutzt.

Die Vogelstimmenhotline weckte großes Interesse bei der Bevölkerung und konnte somit ihr Ziel, die Aufmerksamkeit der Menschen mehr auf die heimische Natur zu lenken, erreichen. 

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