Blaumeise

„Zizibe zizibe zizibe“ – derzeit einer der häufigsten Vogelgesänge in den Landshuter Parks und Gärten. Die Blaumeise ist einer unserer beliebtesten Gartenvögel und war bei der deutschlandweiten „Stunde der Gartenvögel“ 2019 auf Rang sechs der meist beobachteten Vögel Deutschlands.

Früher als es noch keine Nistkästen gab und die Wälder voll waren mit alten, morschen und durchlöcherten Bäumen, war die Blaumeise noch wesentlich häufiger. Sie war und ist Nachmieter vom Kleinspecht, der kaum größer ist als ein Spatz und kleine Löcher zimmert. Der größere Buntspecht hackt größere Löcher und hat dann zum Beispiel den Star als Nachmieter.

Nahrungssuchende Blaumeise klettern auf die äußersten Zweige und klammert sich auch dann noch am Zweig fest, wenn dieser nachgibt und sie plötzlich kopfüber hängen.

Der englische Forscher Dr. Q. O. N. Kay hat herausgefunden, dass Blaumeisen wie Kolibris gerne Nektar trinken (Bird Study (1985) 32,40-44). Anfang April produzieren die blühenden Kätzchen der Salweide zwischen 6:45 und 8:30 Uhr morgens und zwischen 16:00 und 18:00 abends am meisten Nektar. Genau in diesen Zeitfenstern kommt die Blaumeise vorbei, pickt in die Nektardrüsen eines Kätzchens und nimmt einen kräftigen Schluck. Wie bei einer Honigbiene bleibt natürlich auch bei der Blaumeise der Pollen hängen. Mit gelb gepuderten Federchen am Schnabelansatz zieht sie von einer Blüte zur nächsten und trägt und damit zur Bestäubung bei. Dr. Kay stellte fest, dass eine Blaumeise etwa 9 Kätzchen pro Minute besucht während eine Erdhummel nur etwa 3 Kätzchen pro Minute schafft. Zudem hat er beobachtet, dass die Blaumeisen so sorgfältig picken, dass die Kätzchen dabei nicht beschädigt werden und trotzdem noch fruchten können.

Nektartrinkende Blaumeisen gibt’s auch im Landkreis Landshut, man muss nur ab Anfang April mit offenen Augen an den blühenden Weiden vorbeigehen.

Das Verhalten ist auch in der Naturdoku „Der Bach“ von Nautilusfilm verfilmt.

Wer auf die Kanarischen Inseln in den Urlaub fährt sollte unbedingt nach Blaumeisen Ausschau halten. Die Blaumeisen dort werden erst seit kurzem als eigene Art, als Kanarenmeisen, beschrieben. Hinzu kommt, dass es fünf verschiedene Unterarten der Kanarenmeise gibt. Eine für Fuerteventura und Lanzarote, eine auf El Hierro, eine weitere auf La Palma, eine auf La Gomera und Teneriffa und noch eine Unterart auf Gran Canaria. Alle fünf Unterarten sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber im Gesang und in der Färbung.